das glas in der hand ...
wie fast jeden mittwoch abend, verbrachte ich auch diesen mit dem glas in der hand an der wand
und lauschte in nachbar´s wohnung. selbst wenn er alleine zu hause ist, gibt es da immer wieder etwas zu hören.
doch diesmal war es anders als sonst. nichts zu lauschen.
rein gar nichts.
wie öd!
ganz ungewöhnlich für ihn.
aber er musste zu hause sein, das licht aus seiner wohnung war auf der strasse zu sehen.
für lange zeit war jedoch alles ruhig. meine aufmerksamkeit liess schon etwas nach, als endlich ein quietschen zu vernehmen war. sofort war ich wieder völlig konzentriert.
das geräusch wurde immer schneller und schneller. dann war es wieder mucksmäuschen still. für lange zeit.
ich entschloss mein glück weiter höher zu versuchen. während ich mich gemächlich höher schob, vernahm ich ein kratzen auf der anderen seite der wand. ich erstarrte förmlich und augenblicklich war es wieder ruhig in nachbars wohnung.
lange, lange zeit blieb es still. meine beine schliefen mir bereits ein und ich bekam schon krämpfe. d verharrte ich unbeweglich. minutenlang.
es schien eine ganze viertelstunde zu dauern, ehe ich endlich wieder etwas vernahm. eine ganze familie von geräuschen stürmte auf mich ein. das quietschen von bettfedern, das knarren der holzdielen, das klicken eines lichtschalters und das quietschen einer tür.
danach wieder stille.
nach einer weiteren viertelstunde nichts, entschloss ich mich schlussendlich zu bett zu gehen. es war eine magere ausbeute gewesen.


